Discussion:
Welchen Font empfehlt ihr?
(zu alt für eine Antwort)
Johannes Reichel
2006-01-02 11:13:56 UTC
Permalink
Hi!
Ich schreibe gerade an meiner ersten Hausarbeit(Philosophie) und bin am
überlegen welcher Font wohl am "besten" wäre? Bisher habe ich immer auf
"times" in "mathptmx" gesetzt, weiß aber nicht, ob dieser auch für die
Geisteswissenschaften vorteilhaft ist.
Als Vorgabe habe ich nur "Times New Roman" (ist dieser Font wirklich so
toll, oder warum ist er so verbreitet?) oder ähnliches.
Welche Fonts verwendet ihr normalerweise?

Gruß Johannes
Markus Kohm
2006-01-02 11:39:53 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Als Vorgabe habe ich nur "Times New Roman" (ist dieser Font wirklich so
toll, oder warum ist er so verbreitet?) oder ähnliches.
Für Zeitungssatz und mehrspaltige Zeitschriften ist der Font ganz
hervorragend. Für Taschenbücher mit kleinem Papierformat ist er sehr gut
brauchbar. Für einspaltigen Satz auf A4-Papier ist er nahezu unbrauchbar
(außer man ist ein sehr großzügiger Mensch).
Post by Johannes Reichel
Welche Fonts verwendet ihr normalerweise?
CM, LM, Charter, Palatino ... - kommt ganz darauf was ich mache und will.

Literaturempfehlungen (alles sehr preiswert):

Willberg, Forssmann: Erste Hilfe in Typografie

Willberg: Wegweiser Schrift

Waidmann: Schrift und Typografie

Und einem Philosophen muss man eigentlich noch Tschicholds gesammelte Werke
empfehlen. Tschichold hat aus der Typografie geradezu eine Philosophie
gemacht. ;-)

Gruß
Markus (der kein Geisteswissenschafter ist)
--
Gruppenhinweise (auch Minimalbeispiel) --> http://www.latex-einfuehrung.de
Fragen zu LaTeX? --> http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/
Fragen zu KOMA-Script? --> Anleitung z. B. auf CTAN (--> FAQ);
--> http://www.komascript.de
Stefan Lagotzki
2006-01-02 12:57:05 UTC
Permalink
Post by Markus Kohm
Für Zeitungssatz und mehrspaltige Zeitschriften ist der Font ganz
hervorragend. Für Taschenbücher mit kleinem Papierformat ist er sehr gut
brauchbar. Für einspaltigen Satz auf A4-Papier ist er nahezu unbrauchbar
(außer man ist ein sehr großzügiger Mensch).
Oder man lässt einen ziemlich breiten rechten Rand :-)
Post by Markus Kohm
Post by Johannes Reichel
Welche Fonts verwendet ihr normalerweise?
CM, LM, Charter, Palatino ... - kommt ganz darauf was ich mache und will.
Ich würde dem OP die (relativ) neue freie Palatino empfehlen,
wenn er sich keine Fonts kaufen möchte. Charter gefällt mir auch,
CM ist vielleicht für seine Hochschullehrer etwas ungewohnt.

Stefan

.
Markus Kohm
2006-01-02 13:51:51 UTC
Permalink
Post by Stefan Lagotzki
Oder man lässt einen ziemlich breiten rechten Rand :-)
Sag ich doch: Man ist ein sehr großzügiger Mensch. Üblicherweise treffe ich
aber eher auf Geizhälse.

Gruß
Markus
--
Gruppenhinweise (auch Minimalbeispiel) --> http://www.latex-einfuehrung.de
Fragen zu LaTeX? --> http://www.dante.de/faq/de-tex-faq/
Fragen zu KOMA-Script? --> Anleitung z. B. auf CTAN (--> FAQ);
--> http://www.komascript.de
Stefan Lagotzki
2006-01-02 15:10:45 UTC
Permalink
Post by Markus Kohm
Sag ich doch: Man ist ein sehr großzügiger Mensch. Üblicherweise treffe ich
aber eher auf Geizhälse.
Sorry, ich hatte das so verstanden, dass der erwähnte Mensch
sehr großzügig über den Fehler hinwegsieht, zu viele Zeichen
in eine Zeile zu packen :-)
Den Geizhälsen kann man ja immer noch zweispaltigen Satz vor-
schlagen. Dann könnte sogar die 'Times' wieder interessant werden.

Stefan

.
Matthias Mühlich
2006-01-02 12:22:56 UTC
Permalink
Hallo!
Post by Johannes Reichel
Ich schreibe gerade an meiner ersten Hausarbeit(Philosophie) und bin
am überlegen welcher Font wohl am "besten" wäre?
Den "besten" Font gibt's nicht. Aber mit der Computer Modern, der
TeX-Standard-Schrift, hast Du eine sehr gute Lösung für fast alle
wissenschaftlichen Arbeiten.
Post by Johannes Reichel
Bisher habe ich immer
auf "times" in "mathptmx" gesetzt, weiß aber nicht, ob dieser auch für
die Geisteswissenschaften vorteilhaft ist.
Als Vorgabe habe ich nur "Times New Roman" (ist dieser Font wirklich
so toll, oder warum ist er so verbreitet?) oder ähnliches.
Ist er toll? Nein. Warum verbreitet? Word-Standardschrift.

Diese Vorgabe heißt übersetzt: nimm etwas, was für lange Texte
("Mengensatz") geeignet ist, und das sind am besten Serifenschriften
wie z.B. die Computer Modern oder die Times. Sinnvolle Vorgabe.

Insbesondere heißt es: nimm NICHT eine Serifenlose wie Arial & Co, denn
diese ermüden den Leser bei längeren Texten, u.a. wegen nicht
eindeutiger Buchstabenformen und Verwechselungsgefahr (l-I, rn-m, usw.,
all das, was man von OCR-Programmen als Fehler bestens kennt).

BTW: schön, daß es in dieser Vorgabe heißt "oder ähnliches". Manchmal
steht in solchen Vorgaben auch nur "Times New Roman"; dann macht's
keinen Sinn mehr.
Post by Johannes Reichel
Welche Fonts verwendet ihr normalerweise?
Üblicherweise die Computer Modern (Roman); das ist eine sehr gut
ausgebaute Schriftfamilie mit echten Kapitälchen, optischen
Entwurfsgrößen usw.; all das hast Du bei \usepackage{mathptmx} nicht.

Times nehme ich nur, wenn ich es unbedingt muß. Diese Schrift ist für
den Zeitungsdruck optimiert: eng laufend, für mehrspaltige Artikel
gedacht, relativ große Punzen, die auch bei billigem Druck nicht mit
Druckfarbe zulaufen. All das hat mit wissenschaftlichen Texten nichts
zu tun.

Meine Doktorarbeit habe ich in Minion gesetzt. Es gibt Alternativen,
allerdings muß man fairerweise sagen, daß Installation und Nutzung von
Fonts unter LaTeX nicht gerade kinderleicht sind.

Gruß,
MM
--
===================================================================
Matthias Mühlich ***@iap.uni-frankfurt.de
Institut für Informatik J.W.Goethe-Universität Frankfurt
===================================================================
Joachim Schlosser
2006-01-02 14:39:40 UTC
Permalink
Post by Matthias Mühlich
BTW: schön, daß es in dieser Vorgabe heißt "oder ähnliches". Manchmal
steht in solchen Vorgaben auch nur "Times New Roman"; dann macht's
keinen Sinn mehr.
Kommt darauf an. Oft steht da nur "Times New Roman", weil der
Verfasser der Vorgabe nicht weiß, daß es noch andere Serifenschriften
gibt und den Namen somit synonym zu "Serifenschrift" verwendet. Ich
habe auch schon mal gehört "Deine Times ist aber breit" (war CM). Die
meisten Vorgaben sind ursprünglich wohl entstanden, damit keiner in
Schreibschrift abgibt oder (bei Schreibmaschinen) die Zeilen
ineinander klatscht. Und da kommen dann halt so Forderungen wie
"Times" und "1,5-zeilig" her. Und mangels Kenntnis der Ursprünge
verlangen dann manche kleinkrämerische Seelen genau solche
Eigenschaften, obwohl der Sinn der Regelung nur eine Ausformulierung
mit beschränkten Kenntnissen für "ordentlich" war. Und solange es gut
aussieht, was aus LaTeX rauskommt, habe ich noch ganz selten von
Beschwerden gehört.

Gruß
Joachim
Marcus Jodorf
2006-01-04 16:46:10 UTC
Permalink
Post by Joachim Schlosser
Kommt darauf an. Oft steht da nur "Times New Roman", weil der
Verfasser der Vorgabe nicht weiß, daß es noch andere Serifenschriften
gibt und den Namen somit synonym zu "Serifenschrift" verwendet.
Wobei da auch bei den Vorgaben einfach einer immer wieder vom anderen
übernommen hat. Wenn man sich mal die formalen Vorgaben diverser Unis
anschaut, dann ist das oft immer weitgehend identisch und scheint
wirklich auf Schreibmaschinenzeiten zurückzugehen.
Post by Joachim Schlosser
Und mangels Kenntnis der Ursprünge verlangen dann manche kleinkrämerische
Seelen genau solche Eigenschaften, obwohl der Sinn der Regelung nur eine
Ausformulierung mit beschränkten Kenntnissen für "ordentlich" war. Und
solange es gut aussieht, was aus LaTeX rauskommt, habe ich noch ganz
selten von Beschwerden gehört.
Ich habe (nach kurzer vorheriger Absprache versteht sich) die Vorgaben
immer mehr oder weniger über den Haufen geworfen und eigentlich nie ein
Problem gehabt. Im Gegenteil. Selbst der Prof, der an meiner Uni für die
Vorgaben verantwortlich war, hat das ohne weiteres abweichend akzepiert
und fand den Satz sehr ordentlich, obwohl ich nicht ansatzweise im Rahmen
„seiner“ Vorgaben war.
Einem etwas problematischerem Prof habe ich einfach beide Varianten
vorgelegt und er hat zielsicher meine Version gewählt statt der enger an
den Vorgaben (vornehmlich an den kranken Randvorgaben) orientierten ;-)

Was die Schriften angeht: Ich nehme da gerne die Sabon (teilweise in
Kombination mit Optima). Ist etwas einfallslos aber produziert IMHO ein
recht gefälliges Ergebnis. Ansonsten würde ich wohl zu Adobe Garamond
oder Palatino tendieren, wobei mir Palatino einen Tick zu auffällig war.
Auffällig in dem Sinne, daß ich, wenn ich mich schon an allen anderen
Vorgaben derbe vorbeimogle, nicht ausgerechnet auch noch mit der Schrift
aus der Masse der Timesbenutzer hervorstechen wollte.


Gruß,

Marcus

Stephan Paukner
2006-01-03 10:47:58 UTC
Permalink
Post by Matthias Mühlich
Post by Johannes Reichel
Als Vorgabe habe ich nur "Times New Roman" (ist dieser Font wirklich
so toll, oder warum ist er so verbreitet?) oder ähnliches.
Ist er toll? Nein. Warum verbreitet? Word-Standardschrift.
Diese Vorgabe heißt übersetzt: nimm etwas, was für lange Texte
("Mengensatz") geeignet ist, und das sind am besten Serifenschriften
wie z.B. die Computer Modern oder die Times. Sinnvolle Vorgabe.
[snip]
Post by Matthias Mühlich
Times nehme ich nur, wenn ich es unbedingt muß. Diese Schrift ist für
den Zeitungsdruck optimiert: eng laufend, für mehrspaltige Artikel
gedacht, relativ große Punzen, die auch bei billigem Druck nicht mit
Druckfarbe zulaufen. All das hat mit wissenschaftlichen Texten nichts
zu tun.
Meine Doktorarbeit habe ich in Minion gesetzt. Es gibt Alternativen,
allerdings muß man fairerweise sagen, daß Installation und Nutzung von
Fonts unter LaTeX nicht gerade kinderleicht sind.
Wo kann man sich einen Ueberblick ueber die Eignung verschiedener (auch
kommerzieller) Fonts fuer den Mengensatz machen? Einerseits ist Times
zwar eine Serifenschrift, aber offenbar eher nur fuer den Zeitungsdruck
geeignet. Ist in dieser Hinsicht ein Unterschied zw. den Times
verschiedener Hersteller, z.B. Adobe oder Monotype?

Ich habe vor fuer meine (mathematische) Diplomarbeit Monotype
Baskerville zu verwenden, die hat allerdings recht schmale Buchstaben -
gut oder schlecht?


lg Stephan
--
Stephan Paukner <***@paukner.cc>
Jabber ID: ***@cargal.org
Walter Schmidt
2006-01-03 13:35:13 UTC
Permalink
Post by Stephan Paukner
Wo kann man sich einen Ueberblick ueber die Eignung verschiedener (auch
kommerzieller) Fonts fuer den Mengensatz machen?
Z.B. in Fachbüchern zum Thema Typografie,
oder beim Betrachten existierender Drucksachen.
Post by Stephan Paukner
Einerseits ist Times
zwar eine Serifenschrift, aber offenbar eher nur fuer den Zeitungsdruck
geeignet. Ist in dieser Hinsicht ein Unterschied zw. den Times
verschiedener Hersteller, z.B. Adobe oder Monotype?
Es gibt mehrere unterschiedlich aussehende Schriften, die alle
ein "Times" im Namen tragen. Manche davon gibts (bei identischem
Aussehen) von mehr als einem Hersteller, z.T. aber mit geändertem
Namen. M.a.W: Es gibt Varianten, die trotz unterschiedlicher
Namen gleich aussehen, und es gibt welche, die sich trotz ähnlicher
Namen schwer unterscheiden.

Die wichtigsten sind:

1) "Times" (ursprünglich von Linotype, später auch von Adobe und
anderen, auch mit geänderten Namen wie "Nimbus"). Das ist die
"übliche" Times, die (in der Adobe-Version) zu den Base35-Fonts
gehört. Läuft eigentlich zu eng für den Alltagsgebrauch, außer
in schmalen Spalten, ist bei Laien aber leider trotzdem populär.

2) "Times Ten", die läuft nicht so eng und ist viel angenehmer
zu lesen; gibts ebenfalls mindestens von Adobe und Linotype.
Wenn du eine Times in "besseren" Büchern oder in solchen aus der
"vor-DTP-Ära" siehst, dann ist es oft diese.

3) Monotype Times New Roman PS; das ist die, die mit Acrobat
ab Version 4 aufkam. Sie hat die gleichen Metriken wie #1, sieht
aber etwas kontrastreicher und dünner aus -- m.E. einfach eklig.
(Sie entstand m.W. nur, um eine Times zu haben, die mit der in
den Postscript-Basisfonts kompatibel ist, ohne dass aber dafür
Lizenzgebühren an Linotype fällig wurden -- oder so ähnlich...)

4) Monotype Times NR: Ähnlich eng wie 1 und dabei leider
kontrastreicher. Wegen auffällig dunkler Versalien (im Vergleich
zu den Kleinbuchstaben) nicht so gut geeignet für deutschsprachige
Texte. Einziger großer Vorteil: Es gibt mehrere Entwurfsgrößen
(5.5pt, 7pt, 10pt). Das ist die ursprüngliche "Times New Roman",
auch wenn damit heute meist #3 gemeint ist.

Einen Vergleich von #1 und #4 (und zwei weiteren Schriften) findest
du da:
<http://home.vr-web.de/was/x/times-de.pdf>

(Für #2 hab ich leider keine Lizenz, und #3 ist eh' nur was für
Dilettanten.)
Post by Stephan Paukner
Ich habe vor fuer meine (mathematische) Diplomarbeit Monotype
Baskerville zu verwenden, die hat allerdings recht schmale Buchstaben -
gut oder schlecht?
Wenn du damit eine Seite ausdruckst, dann musst du dir doch ein
eigenes Urteil darüber bilden können! Aber falls du das nicht
kannst, warum willst du dann ausgerechnet diese Schrift benutzen?

Btw, du hast auch schon passende Mathe-Fonts zu dieser Baskerville?

Gruß
WaS
Stephan Paukner
2006-01-03 15:10:24 UTC
Permalink
Post by Walter Schmidt
Post by Stephan Paukner
Ich habe vor fuer meine (mathematische) Diplomarbeit Monotype
Baskerville zu verwenden, die hat allerdings recht schmale Buchstaben -
gut oder schlecht?
Wenn du damit eine Seite ausdruckst, dann musst du dir doch ein
eigenes Urteil darüber bilden können! Aber falls du das nicht
kannst, warum willst du dann ausgerechnet diese Schrift benutzen?
Weil ich die MathTimeProfessional habe und urspruenglich mit einer Times
kombinieren wollte, aber da koennte ich ja gleich alles in Word
schreiben - um das mal so zusammenzufassen. Times deshalb weil CM mir
ebenfalls nicht gefaellt, wie andere bereits beschrieben haben.

Die Hersteller der MathTimePro hatten die MT Baskerville erwaehnt weil
sich dann bei Variablen die kursiven Times-Lettern gut hervorheben.
Jetzt weiss ich aber nicht inwiefern Baskerville selbst eine gute Wahl
ist. "Gefallen" taete sie mir schon, aber ich als Laie kann kein prof.
Urteil bilden.

Interessant zu wissen dass sogar die Sprache bei der Schriftwahl eine
Rolle spielt. Ich schreibe jedenfalls in Englisch.
Post by Walter Schmidt
Btw, du hast auch schon passende Mathe-Fonts zu dieser Baskerville?
S.o.

lg Stephan
--
Stephan Paukner <***@paukner.cc>
Jabber ID: ***@cargal.org
Walter Schmidt
2006-01-03 16:23:37 UTC
Permalink
Post by Stephan Paukner
Weil ich die MathTimeProfessional habe und urspruenglich mit einer Times
kombinieren wollte, aber da koennte ich ja gleich alles in Word
schreiben - um das mal so zusammenzufassen.
Naja, deutlich besser als mit Word würde es zweifellos aussehen!
Aber durch die Verwendung der Times nicht gerade individuell oder
inspiriert -- es sei denn, du "zauberst" wenigstens beim Layout
ein bisschen.
Post by Stephan Paukner
Times deshalb weil CM mir
ebenfalls nicht gefaellt, wie andere bereits beschrieben haben.
Die Hersteller der MathTimePro hatten die MT Baskerville erwaehnt weil
sich dann bei Variablen die kursiven Times-Lettern gut hervorheben.
Jetzt weiss ich aber nicht inwiefern Baskerville selbst eine gute Wahl
ist. "Gefallen" taete sie mir schon, aber ich als Laie kann kein prof.
Urteil bilden.
Wenn du die Fonts schon gekauft hast, dann stell' doch mal ein paar
damit gesetzte Seiten als PDF ins Netz und poste den URL; dann wird
sich schon jemand dazu äußern.

Objektiv spricht für mich gegen Baskerville (egal welche Variante),
dass sie schwierig zu handhaben ist. Problematisch sind die relativ
großen Versalien und das weit überhängende f, auch wenn das für
englischsprachige Texte weit weniger schlimm ist als für deutsche.
_Subjektiv_ empfinde ich die Baskerville als altmodisch, spießig und
zu bieder, also stilistisch ungeeignet für eine mathematische
Diplomarbeit. (Wenn du über engliche Literatur des 19. Jh schreiben
würdest, dann wär's was anderes.)

_Mein_ Tip, wenn du eine Alternative zur Times sucht, ist Concorde,
aber YMMV.
Post by Stephan Paukner
Interessant zu wissen dass sogar die Sprache bei der Schriftwahl eine
Rolle spielt. Ich schreibe jedenfalls in Englisch.
Das ist schon mal gut, weil es die wenigsten Probleme macht. Ich
würde mir aber überlege, ob ich jetzt viel Geld eine Schrift kaufe,
die später nur mit Mühe auch fürs Deutsche verwendbar ist.

Walter
Johannes Reichel
2006-01-02 15:17:41 UTC
Permalink
Danke erstmal für die Antworten.

Ich habe jetzt mal ein bisschen rumprobiert und die Schrift
\usepackage{luctime} entdeckt, die mir eigentlich ganz gut gefällt.
Die Standardschrift Computer Modern sieht nach meiner Meinung etwas
"schmal" und "schwach" aus.
Bei Palatino gefallen mir die Anführungszeichen nicht so(schräge Stricht)
und die werde ich oft brauchen;)

Aber es ja noch etwas Zeit bis zum Abgabetermin und Änderungen lassen sich
in latex i.d.R. ja relativ leicht verwirklichen.

Gruß
Johannes
Helmut Schellong
2006-01-02 15:24:48 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Danke erstmal für die Antworten.
Ich habe jetzt mal ein bisschen rumprobiert und die Schrift
\usepackage{luctime} entdeckt, die mir eigentlich ganz gut gefällt.
Die Standardschrift Computer Modern sieht nach meiner Meinung etwas
"schmal" und "schwach" aus.
Aha, Du teilst also mein Empfinden, daß cm dünnstrichig, blaß und filigran ist.

Ich würde cm eigentlich auch lieber verwenden, von der Form der Zeichen her.
Aber die Dünnstrichigkeit ist mir einfach zu stark ausgeprägt.
--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong ***@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm
Markus Gail
2006-01-02 15:50:56 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Ich habe jetzt mal ein bisschen rumprobiert und die Schrift
\usepackage{luctime} entdeckt, die mir eigentlich ganz gut gefällt.
Sieht verdächtig nach Times aus. Wo ist denn da der Unterschied?
Post by Johannes Reichel
Die Standardschrift Computer Modern sieht nach meiner Meinung etwas
"schmal" und "schwach" aus.
Sehe ich auch so.
Post by Johannes Reichel
Bei Palatino gefallen mir die Anführungszeichen nicht so(schräge Stricht)
und die werde ich oft brauchen;)
Die Anführungszeichen der Palatino gefallen mir auch nicht; stört aber
nicht, weil ich sowieso nur die französischen Anführungszeichen verwende
(»Beispiel«).

Die sehen m. E. immer besser aus, u. a. weil sie keine Löcher im Text
entstehen lassen.

Probier mal

\usepackage[sc,osf]{mathpazo}

M.
Malte Rosenau
2006-01-02 15:57:31 UTC
Permalink
Post by Markus Gail
Post by Johannes Reichel
Ich habe jetzt mal ein bisschen rumprobiert und die Schrift
\usepackage{luctime} entdeckt, die mir eigentlich ganz gut gefällt.
Sieht verdächtig nach Times aus. Wo ist denn da der Unterschied?
luctime.sty ist vermutlich Times + kommerzielle Lucida Mathefonts
Walter Schmidt
2006-01-02 17:09:26 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Danke erstmal für die Antworten.
Ich habe jetzt mal ein bisschen rumprobiert und die Schrift
\usepackage{luctime} entdeckt, die mir eigentlich ganz gut gefällt.
Du hast herausgefunden, dass dieses Paket existiert?
Du hast vielleicht sogar eine Doku dazu gefunden?
Du hast die Lucida-Fonts gekauft?
Du bekommst mit \usepackage{luctime} keine Fehlermeldungen oder
Warnungen?
Wunder über Wunder...
Post by Johannes Reichel
Bei Palatino gefallen mir die Anführungszeichen nicht so(schräge Stricht)
und die werde ich oft brauchen;)
Guillemets existieren -- auch in LaTeX

Walter
Johannes Reichel
2006-01-02 17:41:26 UTC
Permalink
Post by Walter Schmidt
Du hast herausgefunden, dass dieses Paket existiert?
Du hast vielleicht sogar eine Doku dazu gefunden?
Du hast die Lucida-Fonts gekauft?
Du bekommst mit \usepackage{luctime} keine Fehlermeldungen oder
Warnungen?
Wunder über Wunder...
Hast du irgendein Problem?
Ich habe einige bei mir vorinstallierten Schriften ausprobiert und luctime
hat mir einfach gefallen.
Ok?
Daniel Oehry
2006-01-02 18:17:47 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Du hast herausgefunden, dass dieses Paket existiert? Du hast vielleicht
sogar eine Doku dazu gefunden? Du hast die Lucida-Fonts gekauft?
Du bekommst mit \usepackage{luctime} keine Fehlermeldungen oder
Warnungen?
Wunder über Wunder...
Hast du irgendein Problem?
Ich habe einige bei mir vorinstallierten Schriften ausprobiert und luctime
hat mir einfach gefallen.
Ok?
Ich denke, Walter hat keine Probleme, sondern wundert sich wirklich. Mit
luctime.sty wird die Times als Textschrift verwendet. Also
eigentlich sollte das mit nicht mathematischem Text genau gleich aussehen
wie wenn du mathptmx verwendest. Was luctime anders macht, ist dass die
Lucida New Math Mathematikschriften verwendet werden. Diese müssen aber
gekauft werden. Wenn sie auf deinem System nicht installiert sind,
erhältst du Fehlermeldungen oder Warnungen.

Daniel
Christian Gollwitzer
2006-01-02 17:59:06 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Post by Walter Schmidt
Du hast herausgefunden, dass dieses Paket existiert?
Du hast vielleicht sogar eine Doku dazu gefunden?
Du hast die Lucida-Fonts gekauft?
Du bekommst mit \usepackage{luctime} keine Fehlermeldungen oder
Warnungen?
Wunder über Wunder...
Hast du irgendein Problem?
Ich habe einige bei mir vorinstallierten Schriften ausprobiert und luctime
hat mir einfach gefallen.
Ok?
Ähmmm, ich glaube nicht unbedingt, dass Lucida bei Dir "vorinstalliert"
ist. Es handelt sich um einen kommerziellen Font von Y&Y, den man
alledings jetzt endlich wieder kaufen kann. "luctime" stellt als
Textschrift die stinknormale Times ein und für Mathematik Lucida.
Deshalb wundert sich Walter, dass Du keine Warnung bekommst. Wenn DU
Times willst, dann nimm doch mathptmx. IM Übrigen kannst Du das am PDF
einfach überprüfen, indem Du im Acrobat Reader die Schriften auflisten
lässt.

Christain
Helmut Schellong
2006-01-02 19:37:23 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Post by Walter Schmidt
Du hast herausgefunden, dass dieses Paket existiert?
Du hast vielleicht sogar eine Doku dazu gefunden?
Du hast die Lucida-Fonts gekauft?
Du bekommst mit \usepackage{luctime} keine Fehlermeldungen oder
Warnungen?
Wunder über Wunder...
Hast du irgendein Problem?
Ich habe einige bei mir vorinstallierten Schriften ausprobiert und luctime
hat mir einfach gefallen.
Ok?
Na ja, zum Beispiel sind alle Mathe-Bereiche total kaputt
mit {luctime}.

Ohne weiteres ist \usepackage{luctime} nicht empfehlenswert, wie es scheint.
--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong ***@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm
Markus Gail
2006-01-02 15:51:18 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Ich schreibe gerade an meiner ersten Hausarbeit(Philosophie) und bin am
überlegen welcher Font wohl am "besten" wäre? Bisher habe ich immer auf
"times" in "mathptmx" gesetzt, weiß aber nicht, ob dieser auch für die
Geisteswissenschaften vorteilhaft ist.
Kommt auf Deine Anforderungen an.

Brauchst Du Kapitälchen? Wenn ja, fallen alle Schriften, die keine
echten Kapitälchen besitzen, schon einmal weg, m. W. auch die
standardmäßig bei LaTeX mitinstallierte Times.

Bleiben noch CM, LM und Palatino.

Brauchst Du eventuell Altgriechisch?
Post by Johannes Reichel
Als Vorgabe habe ich nur "Times New Roman" (ist dieser Font wirklich so
toll, oder warum ist er so verbreitet?) oder ähnliches.
Welche Fonts verwendet ihr normalerweise?
URW-Garamond und Palatino. Ansonsten Hoefler Text mit XeTeX.

Meine Empfehlung lautet Palatino.

Wenn Du Altgriechisch brauchst, würde ich mir Gentium und XeTeX genauer
anschauen.

M.
Malte Rosenau
2006-01-02 15:59:28 UTC
Permalink
Post by Markus Gail
Post by Johannes Reichel
Ich schreibe gerade an meiner ersten Hausarbeit(Philosophie) und bin am
überlegen welcher Font wohl am "besten" wäre? Bisher habe ich immer auf
"times" in "mathptmx" gesetzt, weiß aber nicht, ob dieser auch für die
Geisteswissenschaften vorteilhaft ist.
Kommt auf Deine Anforderungen an.
Brauchst Du Kapitälchen? Wenn ja, fallen alle Schriften, die keine
echten Kapitälchen besitzen, schon einmal weg, m. W. auch die
standardmäßig bei LaTeX mitinstallierte Times.
Bleiben noch CM, LM und Palatino.
Brauchst Du eventuell Altgriechisch?
Post by Johannes Reichel
Als Vorgabe habe ich nur "Times New Roman" (ist dieser Font wirklich so
toll, oder warum ist er so verbreitet?) oder ähnliches.
Welche Fonts verwendet ihr normalerweise?
URW-Garamond und Palatino. Ansonsten Hoefler Text mit XeTeX.
Meine Empfehlung lautet Palatino.
Wenn Du Altgriechisch brauchst, würde ich mir Gentium und XeTeX genauer
anschauen.
Ein Besuch beim Apple-Händler ums Eck kann dabei auch nicht schaden.
Rolf Niepraschk
2006-01-02 22:50:24 UTC
Permalink
Malte Rosenau schrieb:
...
Post by Malte Rosenau
Ein Besuch beim Apple-Händler ums Eck kann dabei auch nicht schaden.
Da wäre ich nicht so sicher. Meinem Geldbeutel schadet dieser Besuch
wohl schon, weshalb ich ihn vermeide...

...Rolf
Johannes Reichel
2006-01-02 16:21:57 UTC
Permalink
Hi!

Also ich habe jetzt mein Dokument mal als dvi angeschaut und festgestellt,
dass Computer Modern vollkommen anders(im positiven Sinn) aussieht, als was
mir meine makefile an ps oder pdf erzeugt.

makefile:

-------------------------------
hausarbeit: haus.ps
kghostview haus.ps

haus.ps: haus.tex lit.bib
bibtex lit.bib
latex haus.tex
dvips haus.dvi
-------------------------------


Wahrscheinlich bleibe ich dann doch bei CM ;)


Gruß
Johannes
Helmut Schellong
2006-01-02 16:36:34 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Hi!
Also ich habe jetzt mein Dokument mal als dvi angeschaut und festgestellt,
dass Computer Modern vollkommen anders(im positiven Sinn) aussieht, als was
mir meine makefile an ps oder pdf erzeugt.
Ach, findest Du das gut und richtig?
Bei mir sieht alles vollkommen gleich aus, nicht vollkommen anders.

In xdvi kann man zum Betrachten einen Fettdruckgrad angeben, so ähnlich
wie in HP-GL/2.
Zum Betrachten - nur zum Betrachten der .dvi!
--
Mit freundlichen Grüßen
Helmut Schellong ***@schellong.biz
www.schellong.de www.schellong.com www.schellong.biz
http://www.schellong.de/c.htm
Johannes Reichel
2006-01-02 16:50:33 UTC
Permalink
Post by Helmut Schellong
Ach, findest Du das gut und richtig?
Bei mir sieht alles vollkommen gleich aus, nicht vollkommen anders.
In xdvi kann man zum Betrachten einen Fettdruckgrad angeben, so ähnlich
wie in HP-GL/2.
Zum Betrachten - nur zum Betrachten der .dvi!
Klar die Schrift sieht trotzdem etwas schmaler aus als bei times u.ä.. Aber
bei mir ist bei CM der Unterschied zwischen ps und dvi doch beträchtlich.
Habe auch schon das Problem gerade in der FAQ(9.2.3) gefunden.
Johannes Starosta
2006-01-03 11:51:55 UTC
Permalink
Post by Johannes Reichel
Klar die Schrift sieht trotzdem etwas schmaler aus als bei times u.ä.. Aber
bei mir ist bei CM der Unterschied zwischen ps und dvi doch beträchtlich.
Habe auch schon das Problem gerade in der FAQ(9.2.3) gefunden.
Und damit hast du alle Zutaten beisammen, um das Problem auch für PDFs
zu umschiffen :)
--
MFG, Johannes

http://home.arcor.de/jstarosta
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