Discussion:
scrbook Layoutoptionen ohne Einbindung von geometry
(zu alt für eine Antwort)
Jens-Olaf Lindermann
2021-02-09 13:32:21 UTC
Permalink
Moin,

untenstehend ein "erweitertes" MWE meines layouts. Der Verlag hat als
Format 17cmx22cm vorgegeben. Ihm kommt es v.a. darauf an, daß ein
Abstand von 1,5 cm zu den Rändern hin gewährleistet bleibt. Und hier
beginnt die Schwierigkeit, die ich nicht meistern kann.

Da ich (als reiner Benutzer und lat. Editionsphilologe, aber nicht als
LaTeX-Profi) eine textkritische Ed. setze, bin ich auf die Pakete
reledmac/reledpar angewiesen; der Entwickler, dem ich eine Originalseite
meines Ms geschickt hatte, antwortet, daß sein Paket wegen der Größe
meines kritischen Apparats ein bißchen sehr an seine Grenzen stößt. Es
arbeitet z.B. schlecht bis gar nicht mit geometry zusammen (bin gerne
bereit, auf Nachfrage eine Originalseite zur Verfügung zu stellen).

Nun gehören lege artis zu einer editio critica auch Marginalien mit den
folia-Wechseln der einzelnen MSS, die – wie man sieht – zu nahe an die
Ränder stoßen. Verlagsseits bittet man mich, den Satzspiegel um 3–5mm zu
verringern. Ich bin froh, halbwegs ohne widows/orphans auszukommen, da
reledmac auch das Hochsetzen von \clubpenalty und \widowpenalty
hartnäckig, aber aufgrund seiner "Anatomie" für mich verständlich,
ignoriert.

Deswegen die Frage/Bitte, wie kann man die Optionen von scrbook so
anfassen, daß der \layout Befehl den Header und v.a. die marginnotes auf
eine dem Verlag gefällige Größe setzt. Die Problemauslöser Größe des
krit. Apparats (der sogar schon negativ ist) und Marginalienfülle sind
selbstredend nicht verhandelbar. Auch die Paragraphierung, die sich an
einer bereits publizierten lat.-dt. Übersetzung orientiert, ist fix.
(Mit geometry scheitert selbst der Entwickler von reledmac an den
Problemen).

Dank im Voraus und Gruß
J

PS: mit tex gyre pagella habe ich wenigstens das Fontproblem im Griff...


MWE:

\documentclass[11pt,
twoside,
titlepage,
paper=17cm:22cm,
openany,
BCOR=15mm,
DIV=calc,
]{scrbook}

\usepackage{fontspec}

\setmainfont[Ligatures={Common,Rare}]{tex gyre pagella}
\usepackage{reledmac}
\usepackage{reledpar}

\usepackage{layout}


\begin{document}
\layout
\end{document}
--
PGP-Key available
8923 F718 CFC1 9490 6711 0D3B 17A5 0634 6B71 A0DF
Dr Eberhard Lisse
2021-02-09 14:05:01 UTC
Permalink
Moin,

würde ich doch mal Markus Kohm anfragen...

mfg, el
Moin,
untenstehend ein "erweitertes" MWE meines layouts. Der Verlag hat als
Format 17cmx22cm vorgegeben. Ihm kommt es v.a. darauf an, daß ein
Abstand von 1,5 cm zu den Rändern hin gewährleistet bleibt. Und hier
beginnt die Schwierigkeit, die ich nicht meistern kann.
Da ich (als reiner Benutzer und lat. Editionsphilologe, aber nicht
als LaTeX-Profi) eine textkritische Ed. setze, bin ich auf die Pakete
reledmac/reledpar angewiesen; der Entwickler, dem ich eine
Originalseite meines Ms geschickt hatte, antwortet, daß sein Paket
wegen der Größe meines kritischen Apparats ein bißchen sehr an seine
Grenzen stößt. Es arbeitet z.B. schlecht bis gar nicht mit geometry
zusammen (bin gerne bereit, auf Nachfrage eine Originalseite zur
Verfügung zu stellen).
Nun gehören lege artis zu einer editio critica auch Marginalien mit
den folia-Wechseln der einzelnen MSS, die – wie man sieht – zu nahe an
die Ränder stoßen. Verlagsseits bittet man mich, den Satzspiegel um
3–5mm zu verringern. Ich bin froh, halbwegs ohne widows/orphans
auszukommen, da reledmac auch das Hochsetzen von \clubpenalty und
\widowpenalty hartnäckig, aber aufgrund seiner "Anatomie" für mich
verständlich, ignoriert.
Deswegen die Frage/Bitte, wie kann man die Optionen von scrbook so
anfassen, daß der \layout Befehl den Header und v.a. die marginnotes
auf eine dem Verlag gefällige Größe setzt. Die Problemauslöser Größe
des krit. Apparats (der sogar schon negativ ist) und Marginalienfülle
sind selbstredend nicht verhandelbar. Auch die Paragraphierung, die
sich an einer bereits publizierten lat.-dt. Übersetzung orientiert,
ist fix. (Mit geometry scheitert selbst der Entwickler von reledmac
an den Problemen).
Dank im Voraus und Gruß
J
PS: mit tex gyre pagella habe ich wenigstens das Fontproblem im Griff...
\documentclass[11pt,
twoside,
titlepage,
paper=17cm:22cm,
openany,
BCOR=15mm,
DIV=calc,
]{scrbook}
\usepackage{fontspec}
\setmainfont[Ligatures={Common,Rare}]{tex gyre pagella}
\usepackage{reledmac}
\usepackage{reledpar}
\usepackage{layout}
\begin{document}
\layout
\end{document}
--
To email me replace 'nospam' with 'el'
Jens-Olaf Lindermann
2021-02-19 11:44:15 UTC
Permalink
Post by Dr Eberhard Lisse
Moin,
würde ich doch mal Markus Kohm anfragen...
mfg, el
Hab ich gemacht (danke für den Tipp) und er hat mir freundlicherweise
auch geantwortet:

\documentclass[11pt,
twoside,
titlepage,
paper=17cm:22cm,
openany,
BCOR=15mm,
DIV=calc,
]{scrbook}

\usepackage{fontspec}

\setmainfont[Ligatures={Common,Rare}]{tex gyre pagella}
\usepackage{reledmac}
\usepackage{reledpar}

\AfterCalculatingTypearea{% siehe KOMA-Script-Anleitung
\addtolength{\textwidth}{-5mm}% von der Textbreite 5mm wegnehmen
\addtolength{\evensidemargin}{5mm}% und zwar immer außen
}
\recalctypearea% Erst die Neuberechnung führt zur Anwendung der Änderung.

\usepackage{layout}

\begin{document}
\layout
\end{document}

Nun das Problem: In der Anwendung an meiner Ed. schien das aber
teilweise nicht umgesetzt zu werden (gut, headinclude muß ich noch
einbauen), aber nachdem ich ihm ein Stück aus der Ed. geschickt hatte,
hat er mich darauf hingewiesen, daß irgendwas 'tocloft' lädt, was gar
nicht gut mit KOMA script zusammenarbeitet. Ich vermute ja fast, es ist
reledmac, aber die Logdatei ist für mich ein böhmisches Dorf. Und um den
Inhalt will ich mich eigentlich auch mal wieder kümmern können (seufz).

<snip>

Class scrbook Warning: Usage of package `tocloft' together
(scrbook) with a KOMA-Script class is not recommended.
(scrbook) I'd suggest to use options like `listof=entryprefix',
(scrbook) commands like `\listoflofentryname' or
(scrbook) `\listoflotentryname', and `\DeclareTOCStyleEntry' or
(scrbook) `\RedeclareSectionCommand' instead of this package,
(scrbook) because it breaks several KOMA-Script features of
(scrbook) the list of figures, list of tables and table of
(scrbook) contents, i.e., options like `listof=numbered',
(scrbook) `listof=flat or `toc=flat', commands like
(scrbook) `\BeforeTOCHead{...}' and `\AfterTOCHead{...}',
(scrbook) `\BeforeStartingTOC{...}' and
\AfterStartingTOC{...}',
(scrbook) all features of `\DeclareTOCStyleEntry',
(scrbook) and the ToC entry features of `\DeclareSecionCommand'
(scrbook) and `\RedeclareSectionCommand' of levels
(scrbook) `part', `section', `subsection',
(scrbook) `subsubsection', `paragraph' and `subparagraph'.
(scrbook) Nevertheless, using requested
(scrbook) package `tocloft' on input line 32.

</snip>

Input line 32 wäre [0.05em] (line 29–34)
\DeclareQuoteStyle{latin} % this is just a copy of the German definition
{\quotedblbase}
{\textquotedblleft}
[0.05em]
{\quotesinglbase}
{\fixligatures\textquoteleft}

Wie finde ich jetzt raus, welches Paket da tocloft lädt? Die 16tausend
Zeilen logfile wollte ich jetzt nicht unbedingt anhängen...

sal pl
Jens
--
PGP-Key available
8923 F718 CFC1 9490 6711 0D3B 17A5 0634 6B71 A0DF
Jens-Olaf Lindermann
2021-02-19 13:12:36 UTC
Permalink
Es ist easy-todo...

J
--
PGP-Key available
8923 F718 CFC1 9490 6711 0D3B 17A5 0634 6B71 A0DF
Ulrike Fischer
2021-02-09 15:37:35 UTC
Permalink
Es [reledmac/reledpar] arbeitet z.B. schlecht bis gar nicht mit geometry zusammen
Deswegen die Frage/Bitte, wie kann man die Optionen von scrbook so
anfassen, daß der \layout Befehl den Header und v.a. die marginnotes auf
eine dem Verlag gefällige Größe setzt.
Das macht keinen Sinn. geometry setzt ein paar Längen für den
Seitenspiegel, und wenn reledmac damit nicht zurande kommt, dann
kannst du das nicht dadurch lösen, dass scrbook dieselben Längen
setzt.

Die Dokumentation sagt auch deutlich, dass auch bei
nicht-Standardklassen spezielle Befehle nötig sind:

If you use other classes than \article or \book, or modify the
layout with geometry, ...
--
Ulrike Fischer
http://www.troubleshooting-tex.de/
Jens-Olaf Lindermann
2021-02-09 15:51:49 UTC
Permalink
Post by Ulrike Fischer
Die Dokumentation sagt auch deutlich, dass auch bei
Dank an Euch beide! – reledmac scheint gerade bei geometry eigene
Befehle (naatürlich) zu bevorzugen – z.B. auch marginsep. Wieder andere
Sachen laufen mit geometry wieder besser als mit der scrbook Klasse...

Mal anderes gefragt: Welche Maße müßte ich mit dem geometry Paket
setzen. Bisher hatte ich (in dem MWE) Folgendes

\usepackage[
twoside,
papersize={170mm,220mm},
inner=20mm,
outer=30mm,
marginparwidth=25mm,
top=30mm,
bottom=39mm,
bindingoffset=15mm,
]
{geometry}

wobei das manchmal oben, manchmal unten quietscht und immer nur auf der
Bindeseite stimmt, aber nicht außen. Die marginparsep=5mm in geometry
ist total unnütz, denn hier redet eben reledmac rein. Irgendwie ist das
alles wackelig.

Gruß
J
--
PGP-Key available
8923 F718 CFC1 9490 6711 0D3B 17A5 0634 6B71 A0DF
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